Traurig berühmte Beispiele zum Thema “Toxizität”

Der Tod von Karen Wetterhahn (48)

Die “Minamata-Krankheit”

Massenvergiftung im Irak

Verseuchung am Amazonas

 

Der Tod von Karen Wetterhahn (48)

    Chemieprofessorin am Dartmouth College in Hanover, New Hampshire

    Das Methylquecksilber unterscheidet sich hinsichtlich seiner Toxizität stark von anorganischen Quecksilber(II)-Salzen und elementarem Quecksilber. Ein tödlicher Laborunfall hat die besonderen Gefahren deutlich gemacht.

    Im August 1996 verschüttete Dr. Karen E. Wetterhahn  bei der Herstellung eines Hg-NMR-Standards eine geringe Menge Dimethylquecksilber auf ihre Latexhandschuhe. Es waren nur wenige Tropfen (0,1 - 0.5 ml), die ihre Schutzhandschuhe durchdrangen und schnell von der Haut resorbiert wurden. Da dieser Vorfall zunächst nicht weiter beachtet wurde, erkannte man auch die ersten Vergiftungsymptome (Erbrechen und Übelkeit)  nicht als solche, wodurch wertvolle Zeit verstrich. Ca. 5 Monate nach dem Unfall zeigten sich dann charakteristische Symptome einer Schädigung des Zentralnervensystems, wie Sprachstörungen, Hör- und Sehprobleme, Störungen der Empfindung in den Fingern, sowie der Bewegungskoordination. Eine stetige Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes war nicht mehr zu verhindern, sie fiel ins Koma  und starb 10 Monate nach dem Unfall.

PlasmaDie “Minamata-Krankheit”

    Metallorganischen Quecksilberverbindungen waren es auch, die die “Minamata-Krankheit” auslösten. Zwischen 1956 und 1960 hat die Chisso-Corporation, ein Hauptproduzent von Vinylchlorid in Japan, 200-600 t Hg-belasteter Abwässer in die Minamata-Bucht geleitet. Das Hg erreichte in den Sedimenten eine Konzentration von einigen 100 ug/kg Trockengewicht. Der Quecksilber- und Methylquecksilbergehalt in den Fischen der Minamata-Bucht war deutlich höher als in anderen Gewässern und erreichte 11 mg/kg Frischgewicht. Das Methylquecksilber kumulierte  in den Fischen der Minamata-Bucht und gelangte so in die Nahrungskette, was letztendlich zu einer Massenvergiftung der Bevölkerung führte, an der 121 Personen erkrankten und 46 starben.

     

Massenvergiftung im Irak

    Die schwerste je durch Hg verursachte Vergiftung ereignete sich 1971-1972 im Irak. Verantwortlich dafür war der Verzehr von Brot aus Saatweizen, der zuvor mit einem methylquecksilberhaltigem Fungizid gebeizt worden war. Die Weizensäcke waren mit einem Totenkopfsymbol gekennzeichnet. Dies wurde wohl ignoriert oder nicht verstanden, jedenfalls wurde aus diesem Weizen Brot gebacken. Der Verzehr dieses Brotes führt nach kurzer Zeit zu schweren Vergiftungsfällen. Nachträgliche epidemiologische Studien (1985) kamen zu dem Ergebnis, dass 50.000 bis 100.000 Menschen HG-exponiert waren; die Zahl der als Folge der HG-Vergiftung gestorbenen Personen soll über 2.000 betragen haben. Die tägliche HG-Aufnahme betrug bei Erwachsenen  9-12 mg und bei Kindern 2,5 mg. Die empfohlene Toleranzgrenze der WHO wurde somit um das 200fache überschritten.

Verseuchung am Amazonas

    Die größte im Tagebau betriebene Goldmine der Welt ist die Sera Pedal im Amazonasgebiet. Dort benutzten die Goldgräber Quecksilber zum heraus waschen des Erzes - für jedes Gramm Gold benötigten sie ein Gramm Quecksilber. Folglich waren sich die Experten bald darin einig, daß für die Verseuchung von Böden und Gewässern allein die Goldgräber verantwortlich sind. Als dann auch bei den Bewohnern der Minengebiete Quecksilbervergiftungen auftraten, wurde dies ebenfalls den Goldgräbern angelastet, bis ein Biogeochemiker sich die Mühe machte auch die von der Goldsuche unberührten Regionen zu untersuchen. Er stellte fest, daß die Belastungen dort noch viel höher waren und schloß daraus, dass die Ursache woanders liegen muß. Die Quecksilberkonzentration war dort am höchsten, wo das Wasser am sauersten und die Menge an gelösten Huminstoffen im Boden am größten war. Diese Erkenntnis brachte dann auch die Wahrheit ans Licht:  Das Quecksilber wurde von den Vulkanen in die Atmosphäre geschleudert. Allerdings kann das Quecksilber in dieser Form nicht von Lebewesen aufgenommen werden. Um in die Nahrungskette zu gelangen, muß es zuvor in eine organische Form überführt werden.  Und das geschah in den Gewässern mit huminreichem Untergrund.

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Stand: Freitag, 22. März 2002